PLN015 Innovation in der räumlichen Planung

Gerade unter dem besonderen Handlungsdruck im Rahmen von Krisen können sich Innovationen anbahnen und neue Handlungsweisen und Praktiken etablieren. Wenn man verstanden hat, wie Innovationen funktionieren, kann man sie frühzeitig fördern.

Daher haben sich acht Forscher*innen im Forschungsprojekt “Innovationen in der räumlichen Planung” an die Arbeit gemacht und das Geheimnis der Entwicklung neuer Leitbilder, Instrumente und Institutionen nachzuvollziehen, gemeinsame Muster zu erkennen und diese nutzbar zu machen.

Eine der erforschten Innovationen ist das Quartiersmanagement, zu dem unser Gast Oliver Koczy promoviert hat und anhand dessen er uns den Verlauf, wichtige Akteure, Hürden und Meilensteine der Einführung einer heute weit verbreiteten Institution erklärt.

Shownotes
Quartiersmanagement, Innovation, Stadterneuerung, Stadtumbau, Sanierung, Soziale Stadt (ARL), Soziale Stadt (BMI), Quartiersentwicklung, Stadtentwicklungsplanung, Städtebau, Städtebauförderung, Regionalentwicklung, IBA/Internationale Bauausstellung, Jane Jacobs, Behutsame Stadterneuerung

Gast

  • Dr. Oliver Koczy

Mehr zum Thema

bbsr, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (Hrsg.) (2015): Innovation in der räumlichen Planung. In: Informationen zur Raumentwicklung, Heft 3.2015.

Füg, Franz; Ibert, Oliver (2020):  Assembling social innovations in emergent professional communities. The case of learning region policies in Germany. In: European Planning Studies, Jg. 28, Nr. 3, S. 541 – 562. DOI: 10.1080/09654313.2019.1639402.

Honeck, Thomas (2017): From Squatters to Creatives: An Innovation Perspective on Temporary Use in Planning. In: Planning Theory & Practice, Jg. 18, Nr. 2, 268-287. DOI: 10.1080/14649357.2017.1303536.

IRS, Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung e.V. (o.J.): Innovationen in der räumlichen Planung. [URL: https://leibniz-irs.de/wissenstransfer/transferpublikationen/irs-aktuell/innovationen-in-der-raeumlichen-planung, zuletzt abgerufen am 15.10.2020].

IRS, Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung e.V. (o.J.): Drittmittelprojekt, Wie kommt Neuartiges in die räumliche Planung? Innovationsprozesse in Handlungsfeldern der Stadt- und Regionalplanung (InnoPlan). [URL: https://leibniz-irs.de/forschung/projekte/projekt/wie-kommt-neuartiges-in-die-raeumliche-planung-innovationsprozesse-in-handlungsfeldern-der-stadt-und, zuletzt abgerufen am 15.10.2020].

Koczy, Oliver (2018): Quartiersmanagement als soziale Innovation : eine empirische Untersuchung zum Prozess der Entstehung, Verbreitung und Ausstrahlung integrierter und sozialraumorientierter Verfahren der Quartiersentwicklung; Dissertation am Städtebau-Institut der Universität Stuttgart.

Koczy, Oliver (2018): Wie Quartier und Management zusammenkamen. Die Entstehung, Verbreitung und Institutionalisierung einer Innovation in der Stadterneuerung. In: Altrock, Uwe/Kurth, Detlef/ Kunze, Ronald/Schmitt, Gisela/Schmidt, Holger (Hrsg.): Stadterneuerung im vereinten Deutschland – Rück- und Ausblicke (Jahrbuch Stadterneuerung 2017); Springer VS: Wiesbaden, S. 121 – 146.

Schumpeter, Joseph Alois (1911/1993): Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung: Eine Untersuchung über Unternehmergewinn, Kapital, Kredit, Zins und den Konjunkturzyklus. Berlin.

Zupan, Daniela (2018): Leitbildwechsel. Dynamiken und Charakteristika städtebaulicher Innovationsprozesse. Rohn: Lemgo.

Veranstaltungstipp

Online-Tagung Stadterneuerung und Spekulation vom Arbeitskreis Stadterneuerung an deutschsprachigen Hochschulen am 26./27. November 2020. Anmeldung bis zum 15.11.2020.

PLN014 Der Hobrechtplan

Mit dem Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrunderts begannen die Menschen vom Land in die Städte zu ziehen um hier Arbeit in den Fabriken von Borsig, Siemens und anderen zu finden. Berlin füllte sich mit Menschen und es wurde absehbar, dass eine Stadterweiterung notwendig ist. Der junge James Hobrecht wurde mit dieser Aufgabe beauftragt und erarbeitete infolge einen Plan, der bis heute Wirkung auf die Berliner Stadtentwicklung hat. Von diesem Beispiel kann rückblickend einiges gelernt werden zur Mitbestimmung und der Notwendigkeit sich in Stadtplanung einzumischen. In der Rückschau zeigt sich insbesondere welche Folgen schon damals Spekulationen mit Grund und Boden und ein unregulierter Wohnungsbau haben können.

Shownotes

Bauernbefreiung, Luisenstadt, James Hobrecht, Rudolf Virchow, Charité, Georges-Eugène Haussmann,
Ildefons Cerdà, Wilhelm Adolf Lette, Peter Joseph Lenné, Over London by Rail von Gustave Doré, Akzisenmauer Berlin, Stadion am Gesundbrunnen (Plumpe).

Gäste

Mehr zum Thema

PLN010 Milieuschutz

 

In den Berliner Bezirken werden in den letzten Jahren immer mehr Milieuschutzgebiete ausgewiesen. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter einer Satzung (bzw. Verordnung) zur Erhaltung der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung nach §172 BauGB? Zusammen mit unserem Gast Aaron Schaar vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg beleuchten wir das Verfahren zur Aufstellung eines Milieuschutzgebietes und die benötigten Vorraussetzung. Wir sprechen über die Konsequenzen für sowohl Bewohner*innen eines betroffenen Gebietes als auch die Verwaltung:  Welche Maßnahmen sind in einem Milieuschutzgebiet genehmigungspflichtig? Iniefern werden Mieter*innen geschützt, wo sind die Grenzen dieses Schutzes?  Außerdem bringt ein Milieuschutzgebiet das Instrument des Vorkaufsrecht mit sich, welches in Berlin besonders häufig im Bezirk Frierichshain-Kreuzberg angewandt wird. Wir wollten wissen, unter welchen Voraussetzungen es ausgeübt werden kann und wie das Verfahren zur Ausübung des Vorkaufrechtes aussieht.

Gast

Aaron Schaar, Gruppenleiter Erhaltungsgebiete bei Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin

Shownotes

Grundbuchamt, §172 BauGB, Gruppe Erhaltungsgebiete im Stadtentwicklungsamt Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt

Die Berliner Milieuschutzgebiete im Überblick


Daten: Geoportal Berlin / Erhaltungsverordnungsgebiete § 172 BauGB (Stand 31.12.2018) | Kartengrundlage: Map tiles by Carto, under CC BY 3.0. Data by OpenStreetMap, under ODbL.

PLN009 Corporate Urban Responsibility

 

Corporate Urban Responsibility steht für die Verantwortung und das Engagement von Firmen an ihrem Standort. Mit unserem Gast Hans-Hermann Albers sprechen wir über Historie und Gegenwart der Corporate Urban Responsibility und fragen welche Verantwortung ein Unternehmen für eine Stadt oder Region hat? Kann diese Verantwortung von der Stadt eingefordert werden? Mit welchen Maßnahmen können Firmen sich in der Stadtentwicklung engagieren, wo aber sind die Grenzen dieses Engagements?

Gast

Hans-Hermann Albers, Mitbegründer von inwista – Institut für Wirtschaft und Stadt

Shownotes

Die Fuggerei in Augsburg, Margarethenhöhe, Fordlândia, Masterplan “Futuring Duderstadt”, Alfred Herrhausen Gesellschaft, Urban Age, Engagierte Stadt, Wheelpmap, Mundraub, Google Impact Challenge, Airbnb Katastrophenhife, Airbnb Posterkampagne in San Francisco, Sidewalk Labs, Intersection, Digitalstadt Darmstadt, Volkswagenstiftung,

Mehr zum Thema

Albers (2011): Corporate Urban Responsibility

Albers/ Hartenstein (2017): CSR und Stadtentwicklung

Albers (2018): Unternehmensengagement als Standortfaktor (in: IzR 06/2018)

PLN007 Berliner Leitlinien für Bürgerbeteiligung

 

Wie findet man heraus, welche Stadtentwicklungsprojekte die Stadt oder der Bezirk in denen man lebt demnächst planen? Wie kann man sich über diese informieren und eventuell sogar einbringen? Wenn man keinen Brief per Post mit der Aufforderung zur Beteiligung erhält, zufällig auf ein Plakat oder eine Lokalzeitschrift mit einem Veranstaltungshinweis stößt oder aus Spaß an der Freude regelmäßig das Amtsblatt liest, kriegt man das sehr wahrscheinlich gar nicht mit. Immer wieder sind daher Bürger*innen überrascht, wenn ihnen gefühlt plötzlich etwas vor die Nase gebaut wird. Um diesem in Zukunft vorzubeugen will Berlin sich “Leitlinien für Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an der räumlichen Stadtentwicklung” geben. Von Seiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sind mit der Erarbeitung der Leitlinien Pia Schwarz und Lukas Born beauftragt und erklären uns:

  • Was in diesen Leitlinien geregelt werden soll,
  • Wie und mit wem diese Leitlinien erarbeitet werden und
  • Wie man sich in Zukunft informieren und beteiligen können soll.

Nächste Beteiligungsmöglichkeit

Am 25. Februar 2019 um 18.00 Uhrfindet die Werkstatt 3 statt. “Hier werden alle Berlinerinnen und Berliner die Möglichkeit haben, über den vom Arbeitsgremium entwickelten Entwurf für die Instrumente der Leitlinien zu diskutieren und ihre Gedanken und Empfehlungen einzubringen.”

Ort: Veranstaltungssaal Von Greifswald in der Lilli-Henoch-Straße 10, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg

Weitere Informationen unter: https://leitlinien-beteiligung.berlin.de/werkstatt-3/
Anmeldung unter: https://www.german-conferences.de/stadtmachen/de/1112

Shownotes